P-Classic-Boot
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Reisebericht   Mit der „LENA“ P 182 im Achterwasser vom 29.06. bis 10.07. 2014

Mit der Lena, 15er P-Jollenkreuzer Bj. 1954 haben wir in den letzten 7 Jahren die Region Müritz intensiv besegelt.

 

Beim letzten Törn wurde entschieden, nun sollte nun mal das Achterwasser und das Haff unser Ziel sein.

 

 

 

Als diese Entscheidung endgültig getroffen wurde, begannn auch sofort die Planung für das neue Revier.

 

Während der Holzbootregatta in Schwerin 2013 und auch bei anderen Gelegenheiten, Messen usw. wurde erst einmal versucht, Infos für dieses Revier zu bekommen.

 

Nachdem dann Seekartenmaterial und div. Literatur besorgt worden waren, ging die Recherchen im Internet weiter und die Törnplanung war dann über lange Winterzeit meine Hauptbeschäftigung.

 

Beginnen sollte die Reise bei Netzelkow, dann weiter nach Zempentin, Lasan, Anklam, Ukermünde, Kamminke, Karmin, bis nach Krumin, und wieder zurück nach Netzelkow.

 

Nach der Havel-Classic im Juni 2014 ging es gleich am Sonntag per PKW mit Gespann weiter Richtung Achterwasser nach Netzelkow. Dort war auch der Start unsere Reise, da nur im Hafen von Netzelkow auch am Sonntag gekrant werden konnte.

 

Als unser Jolli im Wasser war, ist mir jedoch sofort aufgefallen, dass weit und breit keine anderen Jollenkreuzer in Sicht waren. Schade!

 

Am Montag wurden dann die die letzten Vorbereitungen abgeschlossen und es mussten nur noch einige Lebensmittel im Ort besorgt werden.

Da auf dem Jolli wenig Platz ist, kann nur begrenzt Lebensmittel mitgeführt werden.

Eine sorgfältige Auswahl an bestimmten Lebensmittelen ist deshalb sehr wichtig und darf nicht unterschätzt werden. An erster Stelle muss Rotwein gebunkert werden, den kann man ja nicht gekühlt sehr gut trinken. Auch eine Flache Sherry, darf ja bekanntlich auch nicht fehlen und `ne Flasche Williams wurde noch an Bord geschmuggelt.

 

Nachmittag ging es dann endlich los!

Der erste Eindruck auf dem Achterwasser war wirklich sehr eindrucksvoll, die Weite, einfach schön.

 

Im Segelhafen von Ukermünde angekommen, habe ich mich mit alten Seglern aus früheren Zeiten unterhalten. Ich wollte wissen was zu DDR- Zeiten gesegelt wurde und bekam die Antwort, dass „Überwiegend 15 und 20 Jollenkreuzer“ gesegelt wurden. Aber diese sind leider nicht so komfortabel, so wurden in den letzten Jahren die Jollenkreuzer durch größere, komfortabel Schiffe ausgetauscht.

 

 

Ich bedauere diese Entwicklung sehr, da der Jollenkreuzer ein tolles Boot mit klasse Segeleigenschaften ist.

 

 

Wenn wir in alten Häfen angelegt haben, war es dort immer sehr nett. Kamen wir jedoch in eine „neue Marina“ mussten wir leider feststellen, dass man in der Region nichts mehr von Jollenkreuzern wissen will. Gerade die hohen Hafenstege waren zum anlegen- und aussteigen mit einem Jollenkreuzer nicht so richtig geeignet!

An der alten Eisenbahn-Hub-Brücke gibt es im Abstand von nur 1 Meile zwei solcher neuen Marinas, leider ohne Infrastruktur. Die Häfen wurden für ca. zusammen 400 Boote gebaut. Vor Ort haben wir in beiden Marinas nur ca. 30 Boote gesehen. Da wurde meiner Meinung nach eine Menge Geld vergraben.

Die Reise ging dann weiter von Kamminke über Karmin nach Krumin, und wieder zurück nach Netzelkow.

 

Der Törn war aber trotz der nicht guten Wetterbedingungen trotzdem sehr schön.

 

Wir haben sehr nette Kneipen und Restaurants gefunden, und eine Menge netter Leute kennen gelernt.

 

Wenn man diese Region nicht kennt und zum ersten in diesem Gewässer segelt, ist man von der Natur, den Sehenswürdigkeiten, eigentlich dem ganzen drum und dran sehr beeindruckt.

 

Die Weite von dem Segelgebiet, und die Ruhe die man in einigen Schilfbuchten antrifft, ist allemal eine Erfahrung wert.

 

Das Wetter war bis auf den heftigen Wind auch sehr schön, wenn man aber wie zu Anfang erwähnt mit den Windstärken zu kämpfen hat, ist der Begriff „Urlaubstörn“ nicht gerade passend.

 

Ich würde diese Fahrt in diesem tollen Segelrevier jederzeit wiederholen, jedoch mit etwas weniger Wind oder mit einem größeren Schiff (20er Jollenkreuzer).

 

Harry Naujoks

 

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Bericht über eine Segeltour mit der Mary P 635 in der Lagune von Barena von Cavallino nach Venedig

Ende September 2015

Flaches Wasser, knackiger Wind, Stille und das ganze Gegenteil. Mit dem 15er MARY (Bj.`64) in den nördlichen Lagunen von Venedig.

Wer schon mal etwas von Jesolo und Venedig gehört hat, der kann kaum an Stille und Abgeschiedenheit denken - und doch, meidet man Lido di Jesolo kann Stille erleben.

Mir schienen die Lagunen von Venedig ein geeignetes Revier für eine Tour mit meinem Jollenkreuzer Mary zu sein. Die Karten verraten es, überwiegend flaches Wasser.  Also ideal für den Jollenkreuzer. Abseits der breiten Kanäle sind es kaum mehr als 1m unterm Schwert.

Das freie Ankern in den Lagunen ist verboten, und es ist auch angeraten sich an das Verbot zu halten, nicht nur des Umweltschutzes wegen, ist es doch auch heute noch Tradition der Venezianer auf Entenjagd zu gehen. Da knallen dann in der Dämmerung die Flinten, und es kommt wenig Lust auf draußen wild zu ankern.

Mit La Barena (www.agriturismo-labarena.it) nahe dem Canale d`Arco hab ich einen idealen Stützpunkt im nördlichen Teil der Lagunen gefunden. Wer denkt bei Urlaub auf dem Bauernhof an Venedig und einer Segeltour in den Lagunen? La Barena Azienda Agrituristica hat mich auf das Positivste überrascht, bietet Komfort für nicht mehr als € 55,00 die Nacht und ist der ideale Stützpunkt für die beabsichtigten Touren. Direkt am Gelände konnte ich Mary längsseits legen.
Der kleine Seitenkanal ist vom Wellenschlag vorbeifahrender Schiffe völlig geschützt.
Unterm Kielschwein sind es aber nur mal 60cm.  Die Gastleute ausgesprochen nett und hilfsbereit. Freitag, Samstag und Sonntag kocht der Chef und das Restaurant ist erstaunlich voll, was sich schon beim ersten Bissen der köstlichen italienischen Küche erklärt. La Barena liegt auf einer Art Halbinsel und die Straße, besser der Schotterweg, führt von der Hauptstraße nahe Jesolo immerhin über 7 km zum Anwesen. Ich dachte bei der ersten Anfahrt mehrfach an`s  Umkehren, da ich im Zweifel war, ob ich denn richtig bin. Am Ziel dann aber die freudige Überraschung.

In Cavallino befindet sich eine öffentliche Rampe. Zwischen La Barena und Cavallino sind es 25 Km auf der Straße. Über die Kanäle ein Katzensprung .

Die Liste meiner Ziele Burano, Murano und Venedig selbst sind berühmte und bekannte Namen,
ich wollte aber auch die eher unbekannten Stellen finden und hab` mich über die Kanäle schon bald auf die Suche gemacht.

 

 

Zunächst sind die Empfehlungen einschlägiger Lektüre ernst zu nehmen. Man sollte aufpassen sich nicht zu verirren. Ich habe mir eine gute Karte zusammengestellt und doch bin auch ich einmal gut eine halbe Stunde den falschen Kanal entlang gesegelt. Bricht gar die Dämmerung ein, sollte man schleunigst am Ziel sein.

Klappschwert und Ruder bleiben besser unfixiert. Schnell steckt man im Schlick, was kein Problem ist, da der Grund nicht hart ist.

Je nach Wind, der in der Regel hart aus Osten kam, können die Anlegestellen problematisch werden,
kaum zu glauben, was für eine Welle sich bei derart flachem Wasser aufbauen kann. Auch die Bugwellen der Vaporetti (Wasserbusse) sind nicht ohne. Auch was sonst so unter Motor unterwegs ist, Segler sieht man eher selten, wirft ihre Heck- und Bugwellen - und an die angezeigten Geschwindigkeitsbegrenzungen hält sich kaum jemand. Die nördlichen Kanäle sind aber nicht so stark befahren, wie das direkt um Venedig und den angesagten Ausflugszielen der Fall ist.

Die einschlägige Lektüre empfiehlt wenige Anlegestellen und weist vermehrt auf Verbote hin.
In der Tat finden sich auch allerorts entsprechende Hinweisschilder. Dem steht die Freundlichkeit der Einheimischen gegenüber, und ich hatte zu keinem Zeitpunkt Not an Anlegemöglichkeiten. Zum einen stehen relativ viele Häuser und Grundstücke zum Verkauf, dort habe ich mal frech als „Interessent“ angelegt, oder, sofern ein Mensch zu sehen war, wurde meine freundliche Bitte anlegen zu dürfen nie abgelehnt.  Die Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf habe ich als

problematisch empfunden. Selbst in Venedig hab ich „auf normalem Weg“ zunächst keinen Supermarkt gefunden.

Meine Ausflüge im Einzelnen und in Stichworten:

Von La Barena aus zunächst über den Canale Basegia ins „nichts“. Stille, absolute Stille. Genau das hatte ich zunächst gebraucht. Über den Canale Casson , der vom großen Canale Pordelio bei Cavallino ab geht habe ich am Ende vor der Schleuse zum Fluss Sile das Locanda alle Porte 1632 gefunden. Ein sehr ansprechendes uraltes Haus, sehr schön hergerichtet, sehr gutes Essen und es bietet auch Zimmer. Der Preis war hoch aber angemessen. (www.locandaalleporte1632.com)

An einem Tag bin ich den Canale Pordelino vollständig abgesegelt. Er führt parallel zur Ufer-Straße Cavallino-Treporti und führt dann in den großen Canale di Treporti. Die Tour endete jedoch an einer Brücke, sodass ich den Mast legen musste. Eine unkomplizierte Mastlegemöglichkeit ist ohnehin angeraten, es eröffnet Tour-Möglichkeiten, auch zu den großen Flüssen.

 

Natürlich hat es mich auch nach Burano, Torcello, Mazzorbo, entlang der Gemüse-Insel S.Erasmo, Murano und nicht zuletzt Venedig gelockt. Das waren bei Ostwind schöne Touren und die Stille der Lagunen eine Seelenkur. Das ändert sich schlagartig bei der Ankunft der genannten Ziele, wobei es sich zur besagten Zeit, Ende September, noch in Grenzen gehalten hat. Die Ziele hier im Einzelnen zu beschreiben, würde zu weit führen. Burano, mit seinen Stickereien, und Torcello, wo ich ein sehr schönes Restaurant in einem herrlichen parkähnlichen Garten gefunden habe, hat mir gut gefallen,
S. Erasmo hat mich nicht angezogen und ich habe die Insel links liegen gelassen. Murano hat mich enttäuscht. Die Glaskunst jedoch nicht, faszinierend was die Glasbläser zustande bringen.

Naja, und ohne Venedig geht es dann eben doch nicht. Mit der neuen Marina St`Elena hatte ich Glück, wenn auch die „Hafenfürsten“ etwas erstaunt geschaut haben, dass da so eine „Nussschale einläuft“ aber konsequenterweise hat sich auch hier ein hilfreicher Servicemitarbeiter zum Anlegen angeboten. Nur mit der Gebühr gab es ein Problem, fand sich doch in der Preisliste kein Betrag für ein Schiff mit einer Länge von 6,50 m. Bei ihm fing es mit 12 m an, er hat den untersten Tarif von

€ 60,00 dann einfach geteilt und € 30,00 abverlangt. Dafür durfte ich längsseits zwei Boxen belegen, was für ein Luxus.

 

Venedig selbst hat mich angestrengt, und ich denke, das ist kein Ziel für einen Tag.
Massen von Menschen, selfiewütige Asiaten im Übermaß. Ich sage nichts Schlechtes über Venedig, nur denke ich, das ist ein anderer Urlaub, und dann vom Hotel aus auf der Suche nach den versteckten Gassen.

Die Tage waren sehr stürmisch, ganz Europa hat in den letzten September Wochen gelitten,
mich hat es bei einer unachtsamen Halse den Großbaum gekostet und so war ich vor allem auf der Rücktour zu meinem geliebten Stützpunkt, nachdem ich einige Nächte in der Kajüte zugebracht hatte, unter Motor unterwegs.

Meinen Bericht will ich nicht beenden, ohne auf meine kleine Lieblings-Insel St.Francesco del Deserto, (www.sanfrancescodeldeserto.it ) gegenüber der Insel Burano hingewiesen zu haben.
Eine Insel, ein Kloster, das Kloster, die Insel. Im kleinen Kanal, der in die Insel, also das Kloster führt, durfte ich anlegen und über Nacht bleiben. So ein schöner, so ein ruhiger Ort. Das Klostergelände selbst, das zu besichtigen ist, ein Ort der Besinnung, wunderschön angelegt und gepflegt. Eine Vielzahl von kleinen „Plätzen“ die zum Verweilen einladen, das Innere des Klosters zwingt im positivsten Sinne zur Ruhe. Wer die nördlichen Lagunen von Venedig bereist, darf auf diese Insel nicht verzichten.  Ich komme wieder!

 

 

Quellen und Tipps:

  • Sehr hilfreich das Buch von Günter Lengnink „Lagunen Geheimnisse
    Band 2: Von Cortellazzo bis zur Mündung des Adige. (ISBN 978-3-00-010639-2)
     

Kartenmaterial:

  • Die Karte „Laguna Veneta“ Belletti Editore (Scale 1:50.000) hat unglaublich viele Detail-Infos,
    ist aber dennoch nicht sehr hilfreich und eher verwirrend.

  • Die Karten „Carta die navigazione Fluviale“ aus dem gleichen Verlag zeigen die großen „Wege“, sind aber nach meiner Meinung eher für Hausboot Freunde gedacht.

  • Meine Karte“ die Mappe „Carta della Laguna die Venezia“ ( 1:25.000)
    Tipp: Die Mappe verwirrt zunächst etwas, ist aber im Einsatz doch sehr gut.
    Ich habe 2 Mappen gekauft, auseinander geschnitten und daraus handliche Übersichtenzusammengestellt. Bei der Verwendung ist der Blick auf die eingezeichneten Darben sehr hilfreich, da man in der Tat manchmal nicht so recht erkennt, wo man eigentlich ist.
    Die üblichen Hilfsmittel, Kompass und Peilung nützen nicht wirklich.

 

 

15er Jollenkreuzer P – G 635 - VEB Yachtwerft Berlin, Berlin-Friedrichshagen – Mai 196

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P Boot Flottenfahrt in Holland Sneeker Meer 2016

 

Erst einmal ein paar Fotos.

Jollenkreuzertour 2017 in Friesland NL

Erst einmal ein paar Fotos

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© Oliver Frey